Life is strange: Ohne es gespielt zu haben, hat es mich gefesselt

Hallo zusammen,

in den letzten Tagen habe ich immer mal wieder etwas mehr über eines der besten Spiele dieses Jahres erfahren. Hierbei handelt es sich um “Life is strange”. Ohne es persönlich gespielt zu haben, erscheint es mir trotzdem möglich, ein paar Zeilen darüber zu verlieren.

Ich werde niemals in einer ähnlichen Verfassung wie Melf von Amazingnerds.de sein, und dennoch kann ich seine Meinung in vielen Aspekten sehr nachvollziehen. Meiner Meinung nach muss ein Spiel schon sehr viel richtig machen, wenn man alleine durch das Verfolgen eines Streams über das letzte Kapitel des Spiels eine gewisse Bindung zu dem Hauptcharakter aufbauen kann. Ohne auch nur zuvor irgendetwas gewusst zu haben, habe ich mich einem solchen Stream gewollt etwas hingegeben, und es hat sich gelohnt !

Auch wenn gerade der Anfang des letzten Kapitels (Kapitel 5) weitaus schwieriger verlief, schließlich sieht man in den ersten Minuten viele Rückblicke auf sehr besondere Ereignisse, und selbst die Kriminalgeschichte kommt zu einem Ende, natürlich abhängig von den eigenen Entscheidungen des Spielers selbst, scheint alles zuvor Stattgefundene in der letzten Sequenz des Spiels komplett in den Hintergrund zu geraten. Vielmehr überwiegen die letzten sehr emotionalen Bilder alles Andere.

Wenn also bereits ein Mitschnitt über ein Spiel ausreicht, um sich, falls man dies selbst möchte, genauer mit der Thematik auseinanderzusetzen, wie muss dies dann für den Spieler selbst sein ? Ich habe mich eindeutig für den Stream entschieden, da ich es selbst wahrscheinlich nicht mehr spielen werde, aber für all jene anderen Spieler könnte die emotionale Bindung vom Anfang bis zum Ende vielleicht auf eine Art ausfallen, die nur wenige andere Computerspiele zuvor erreicht haben.

Ich halte persönlich sehr viel von Melfs Meinung, gerade zu sehr emotionalen Spielen, und ihm nehme ich seine Gefühlslage und Gedanken auch wirklich ab. Man merkt einfach, wie sehr man auch in einem Computerspiel Teil des Ganzen werden kann, ähnlich wie es bei mir bei der Serie Homeland an einigen Stellen der Fall gewesen ist. Eben dann, wenn der Spieler immer mehr die Distanz verliert und sich immer mehr im Geschehen selbst versteht, scheint es eben auch möglich zu sein, etwas zu erleben, was viel größer als bestimmte Stellen des Spiels ist.

Da ich zumindest eine der beiden Enden kenne, wirkt es im Nachhinein immer so viel einfacher, das zuvor Geschehene und bestimmte situationsbedingte Entscheidungen einzuordnen. Generell besitzt der Spieler diese Chance zur Retrospektive allerdings nicht und wird so immer mehr dazu gezwungen, so zu entscheiden, dass es sowohl für den Spieler selbst als auch die im Spiel auftauchenden Charaktere das Beste sein könnte.

Letztlich würde ich behaupten, dass es Life is strange mit ganz einfachen Mitteln erreicht, eine Geschichte über Freundschaft, das Erwachenwerden und vielleicht auch den Aufbau des eigenen Bewusstseins zu beschreiben. Dabei würde ich jedoch darüber hinaus vermuten, dass es dem Spieler selbst später so viel schwerer fallen könnte, wieder aus der Geschichte gewollt herauszutreten, da die Bindungen an die Charaktere immer stärker werden.

Man sieht also, dass es auch im Jahr 2015 Spiele geben kann, die weniger von der Dramatik oder Action leben, sondern vielmehr von der Einzigartigkeit der Charaktere und der Beziehung dieser untereinander. Der Spieler selbst sollte vielleicht schon zuvor diese Sogwirkung kennen um sich dieser Geschichte komplett hingeben zu können.

Falls dies der Fall sein sollte, glaube ich auch für mich sprechen zu können, dass es mir ähnlich ergehen könnte wie Melf. Und genau diese Spiele braucht es in unserer so schnelllebigen Zeit eben auch !

MfG Tobi
calsportal.eu

Quelle (Bild): Life is Strange

 

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