Depressionen bei einem YouTuber und Streamer – Ein so ehrliches und packendes Video

Hallo zusammen,

in den letzten Tagen bin ich auf ein Video gestoßen, das eigentlich so gar nicht zu YouTube passt, so zumindest die Meinung nicht weniger Internetnutzer in unserer heutigen Zeit.

Wenn es um Unterhaltung geht, gibt es doch nur Spaß, Freude und positive Gedanken, so meist die Annahme. Was passiert, wenn man nur als Content-Ersteller so etwas in vielen Fällen eben nicht mehr empfindet bzw. empfinden kann ?

Ein solches Video, das den Verfasser extrem schwer gefallen mag, ist ein Segen und Fluch zugleich. Dabei sind nicht die Rezipienten entscheidend, sondern der Ersteller selbst. Wie schwer mag es ihm gefallen sein, so offen über seine eigenen Probleme zu sprechen, und wie viel Kraft wird es ihm letztlich gebracht haben ?

Steve “Stevinho” Krömer redet oft über die meist sehr wenigen Hater oder einfach Menschen, die einzig ihren Zweck, vielleicht in ihrem gesamten Leben, darin sehen, anderen Menschen den Spaß zu zerstören. Solche Menschen ergötzen sich teilweise an den negativen Aspekten bzw. versuchen jede kleinste potentielle Schwäche zu finden, nur um darauf ihre eigene Abneigung aufzubauen.

Dieses Phänomen des “Haten” ist nicht neu, und doch hat es in den letzten Wochen und Monaten einfach einen Stellenwert erhalten, der einem auch über gesellschaftliche Dinge grübeln lässt. Wie kann es überhaupt dazu kommen, dass Menschen wirklich alles nur Erdenkliche anstellen um etwas so Destruktives loszulassen und wie kann man diesem entgegenwirken ?

Ihr seht schon, wie viele Fragezeichen dieser Blog Post heute mit sich bringt. Dies sind genau diese Fragen, die mir nach dem ersten Betrachten irgendwie hängen geblieben sind.

Das wirklich Traurige an dem Video ist jedoch, zumindest meiner Meinung nach, so gar nicht das, wenn man es so nennen möchte”, “Outing” des YouTubers, sondern vielmehr, dass er selbst davor Angst hat, dass ihm diese Offenheit von genau den Leuten wieder als negativ ausgelegt werden kann, die an sich schon für seine Probleme mitverantwotlich sind.

So wie dieser YouTuber, den ich nebenbei zuvor nicht kannte, die wenigen negativen Kommentare anspricht, mögen sie noch so wenige sind, zeigt es einfach, wie sehr es ihn belastet. Interessanterweise ist dies eine Eigenschaft unserer heutigen Internetgessellschaft. Lob, das eh schon wenig geworden ist, ist wenn überhaupt nice to have, allerdings ist jeder kleinste negative Comment so viel drastischer.

Ich glaube, dass all dies in der Natur des Menschen liegt. Damals habe ich in Sozialpsychologie gelernt, dass die negativen Aspekte einfach immer viel größer ins Gewicht fallen, und somit ein möglicher Verlust immer größer als ein potentieller Gewinn wirkt.

Wenn einem Content-Ersteller diese Worte also generell schon schaden, so ist die Tatsache sogar noch umso härter, wenn dieser Mensch bereits bestimmte Dispositionen aufweist, anders ausgedrückt, wenn dieser Mensch bereits unter Depressionen leidet.

Natürlich könnte man ihm jetzt schnell den “Rat” geben, einfach all dies aufzugeben, da es ihn ja so belaste. Nur ist dies sein finanzieller Background und, wenn er dies auch nicht immer spüren kann, irgendwie bereichert dies sein Leben.

Letztlich ist es hier extrem schwierig, eine Stellungnahme abzugeben. Jeglicher einfach gemeinte Rat wird so viel schwieriger, je mehr die eigentlichen Rahmenbedingungen hinzukommen. Aus diesem Grund kann ich einem so offenen und netten Menschen, den ich gerade auch direkt mal auf twitch gefollowt habe, nur das allgemein Beste wünschen.

Die Entscheidung, wie sehr er sich diesem zweischneidigen Schwert noch aussetzen wird, muss er jedoch selbst fällen. Hier kann man ihm leider nicht dabei helfen. Groß finde ich jedoch die Haltung, gerade unter dem Aspekt, dass er der möglichen Konsequenzen selbst ja weiß.

In jedem Fall sollte man sich dieses Video anschauen und vielleicht mal darüber nachdenken, ob man eine solche Entwicklung, wie es in letzter Zeit immer schlimmer geworden ist, im Hinblick auf die nächsten Jahre wirklich haben möchte.

Nicht zuletzt deshalb ist es immer wichtig, dass man ein solches Video auch zu schätzen weiß.

Gerade eben im Doppelpass hat auch der frühere Bundesliga-Schiedsrichter, Babak Rafati, über seine Depressionen und seinen Selbstmordversuch gesprochen. Das Thema der Angst und die Notwendigkeit, niemals versagen zu dürfen, haben mir dabei noch mehr Kopfzerbrechen bereitet, gerade in Verbindung mit dem gestern Abend spät noch verfolgten Video.

Vielleicht hilft dieses Video ja auch dabei, der Unterhaltungsbranche YouTube und Twitch mal einen kleinen Spiegel vorzuhalten. Nicht jeder der dabei Involvierten muss eine ähnliche Hintergrundgeschichte aufweisen, allerdings sollte man auch hier der Konsequenzen wissen.

MfG Tobi

calsportal.eu

Quelle (Bild; frei zugänglich): Pixabay

 

 

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