Homeland Staffel 6 – Persönliche Review – Folge 7 “Imminent Risk” (Originale US-Version auf iTunes)

Hallo zusammen,

puh, erst einmal wieder durchatmen … Folge 7 der aktuellen Staffel lässt sich wohl am sinnvollsten mit zwei Worten beschreiben “Dar Adal”.

Noch nie zuvor kam in mir nach einer Folge eine solch große Wut auf, wie nach der letzten Szene der aktuellen Folge. Wenn selbst ein Kind ihre Mutter verliert, als Vorgehensweise einer gezielten Strategie des Ermürbens, fragt man sich so langsam, wo dieser “Plan” letztlich enden soll.

Alle im folgenden Verlauf zu erläuternden Handlungsstränge gehen dabei zurück, entweder direkt oder indirekt, auf Dar Adal. Noch nie zuvor hat es Homeland bei mir geschafft, eine solche Aversion gegenüber einer Person zu entwickeln. In den YouTube-Comments oder auf Twitter liest man bereits über die bösartige Figur des Dar Adal.

Auch wenn in dieser Folge, was die Action anbelangt, gefühlt nichts passiert, so sitzt der Stachel dieses Mal so viel mehr. Franny nicht einmal mehr auf dem Bildschirm zu sehen, wohl wissend, dass Dar Adal Carrie, und eben nicht nur sie, gezielt zu brechen versucht, macht einen wütend und traurig zu gleich.

Darüber hinaus fand ich die Szene, in der Majid Javadi von seinen eigenen Männern gefoltert wird, Gott sei dank nur für ein paar Minuten, auch noch ziemlich übel. Wie er dann wiederum seinen Retter, Amir, im Auto sitzend erschießt, ist ebenso dramatischer Natur.

So, nun aber zu einer genaueren Betrachtung meinerseits, viel Spaß damit !

Homeland Staffel 6: Folge 7 (“Imminent Risk”)

Allgemein

  • endlich wieder eine richtig starke Folge, die wirklich unter die Haut geht
  • die Dramatik ergibt sich für mich hierbei jedoch besonders aus der Erkenntnis, dass es keine Grenzen mehr gibt, weder moralische noch juristische
  • es ergibt sich immer mehr eine neue fast dualistische Sichtweise ; Carrie, “Quinn”, Saul, President-Elect Elizabeth Keane = die Guten ; Dar Adal = der Böse
  • bis lang hat sich Homeland jedoch genau durch eine gegenteilige Annahme ausgezeichnet ; vielmehr hat Homeland immer dieses Grau ausgemacht: weder gut noch schlecht ; weder richtig noch faslch ; weder legal noch illegal ; so stand diese Serie für mich immer im Zeichen der Erkenntnis, der Zweck heiligt, zumindest manchmal, die Mittel !
  • scheinbar soll es dieses Mal jedoch um eine klarere Abgrenzung gehen ; ob und wie am Ende einzig Dar Adal, und Teile des Mossad, das Böse ausmachen, wird sich zeigen

Inhalt

  • noch nie zuvor war es so einfach, alle drei Hauptaspekte dieser Folge einzig und allein mit Dar Adal in Verbindung zu setzen
  • noch nie zuvor war es so eindeutig, unglaubliches Mitleid mit den Charakteren, oben als “die Guten” betitelt”, zu empfinden
  • an sich passiert nicht viel, aber was passiert, lässt einen doch erstaunt, wütend und traurig zurück
  • nun zu den eigentlichen Aspekten dieser Folge !

Carrie Mathison und ihre Tochter – es gibt scheinbar keine ethische Grenze mehr !

  • diese Folge heißt nicht umsonst “Imminent Risk”, also imminentes Risiko
  • diesen Titel kann man dabei sehr gut auf alle drei Aspekte anwenden
  • im Fall von Carrie und Franny ist es eindeutig ; die Vorkommnisse in Carries Haus (siehe Folge 5) haben viel hinterlassen, und es war abzusehen, dass dies noch Folgen haben könnte

  • schon in Folge 6, nachdem Carrie von dem “Mann auf der anderen Straßenseite” verfolgt worden war, rast Carrie Mathison nicht ohne Grund zu ihrer Tochter
  • schon zu dem Zeitpunkt hat man gemerkt, dass die Drohung Dar Adalas in Bezug auf Carries Tochter damals irgendwann realisiert werden könnte
  • allerdings hätte ich mir nie vorstellen können, dass Dar Adal sogar eine Institution, vergleichbar mit dem Jugendamt in Deutschland, dazu nutzen könne, die Beziehung zwischen Mutter und Tochter gezielt zu torpedieren
  • spätetens als sich Carrie vor Gericht sieht, und die so feinfühlige und ehrliche Frau all jene Punkte anspricht, die Carrie am Ende, abseits von “Quinn” und dem Ereginis in ihrem Zuhause, als ein “imminentes Risiko” markieren, kam in mir die Wut hoch
  • ich war mir, ich weiß gar nicht einmal warum, so sicher, dass auch hier Dar Adal die Hände mit im Spiel haben könnte ; leider ist es genauso gekommen

  • Carrie nicht nur gefühlt, sondern tatsächlich, so am Boden zu sehen, sogar mit einer Weinflasche in der Hand, hat diese gesamte Thematik nur noch dramatischer aussehen lassen
  • als dann noch vor Gericht die bipolare Störung Carries angesprochen wird, die der Zuschauer seit Staffel 1 schon immer kennt, handelt es sich hier um eine wichtige Information eines Dritten
  • letztlich hat genau dieser Hinweis, in Verbindung mit dem Einschlafen Carries, im Schoß eine Schussfeuerwaffe, im Kinderzimmer Frannys, das gesamte Kartenhaus zum Einsturz gebracht
  • somit hat Dar Adal, wenn auch indirekt, dafür gesorgt, dass der Hauptgrund Carries, wieder in die Staaten zurück zu kehren, zusammen mit der Erholungsphase “Quinns”, nun de facto, wenn auch auf Zeit, erst einmal zunichte ist !

“Quinn” darf nicht nach New York City zurückkehren – ein Risiko für die Operation !

  • meiner Meinung nach, zumindest der Anfang, mit der schlechteste Plot in dieser Folge
  • die Beziehung zwischen der BND-Angestellten, Astrid, und “Quinn” ist teilweise schon fast dumpf ; “Quinn” will abhauen, zurück nach New York, Astrid soll ihn aber aufhalten, will jedoch keine Gewalt anwenden
  • eine sehr belanglose Art der Kommunikation, die dank sehr guter schauspielerischer Leistung, was die Mimik anbelangt, doch noch übertroffen wird
  • ich war gefühlt schon eingeschlafen, als es dann doch noch einmal spannend wurde

  • ähnlich wie bei Carrie, versucht Dar Adal scheinbar wirklich alles Mögliche um eine Wiederkehr “Quinns” nach New York zu verhindern
  • ähnlich wie bei der Beziehung zwischen Carrie und Franny, schreckt er auch nicht davor zurück, Dinge so ins Licht zu setzen, dass auch hier der Titel “Imminent Risk” zum Tragen kommt
  • so weiß Dar Adal ganz genau um die besondere, wenn schon fast liebevolle, Beziehung der Beiden, und so spricht er ganz explizit die späteren Ereignisse in Berlin an
  • Carrie ließ damals “Quinn” aufwachen lassen, um irgendwelche Informationen bezüglich der Terrorgruppe, die ihn zuvor fast umgebracht hatte, zu erfahren

  • Dar Adal lässt es jedoch so aussehen , dass Carrie somit genau ein solches Risiko schon damals bedeutete, und jetzt erst recht bedeutet
  • er lässt Carrie als die intrigante und unmenschliche Agentin aussehen, die wirklich jede Person für die eigenen Zwecke missbrauchen würde
  • es hat sich letztlich nur um wenige Sätze Dar Adalas gehandelt, allerdings, ähnlich wie bei dem Gerichtsprozess um die Obhut Frannys, hat diese eine neue Information, was das Aufwecken anbelangt, wirklich Spuren hinterlassen
  • ob “Quinn” nun wirklich Abstand von Carrie nehmen wird, oder ob er vielleicht sogar Dar Adal und sein Spiel durchschaut, bleibt abzusehen, und damit unglaublich spannend !

Majid Javadi in New York City – Saul versteht so langsam !

  • die vielleicht grausamste Szene dieser Folge ergibt sich jedoch aus einem anderen Handlungsstrang, nämlich aus dem Katz und Maus-Spiel zwischen der iranischen Führung, dem Mossad und der CIA, oder zumindest Teilen davon
  • so hat Saul Berenson schon sehr früh vor, Majid Javadi, der mit einer iranischen Delegation, zu Gesprächen in New York City zu verweilen denkt, an einem öffentlichen Platz zu treffen
  • das Problem besteht nur darin, dass Dar Adal sogar Javadis Männer umdrehen kann ; so wird Majid Javadi auf einmal sogar von Naser, einem seiner Männer, gefoltert
  • es geht dabei um das Gerücht, dass Javadi ein Verräter sei, was zumindest früher (siehe Staffel 3) aufgrund der Arbeit Sauls so war
  • kurz vor der Eskalation wird Javadi nun jedoch von einem früheren Gefolgsmann gerettet, welcher in ihm immer noch den früheren General sieht

  • nun wird ein neues Treffen zwischen Saul und Majid vereinbart, von dem Saul allerdings nichts weiß
  • schnell stellt sich heraus, dass nun Beide wissen, dass Dar Adal hinter dieser Attacke steckt
  • Javadi erläutert auch, dass es diese geheime Aktion in Nordkorea, was den Bau einer Atomwaffe anbelangt, nie gegeben habe, und dass sogar Nafisi schon seit vielen Jahren Teil des Mossad sei
  • um jedoch politisches Asyl erhalten zu können, und erst einmal in Sicherheit sein zu können, sieht Saul für Javadi einzig ein Gespräch mit der President-Elect Elizabeth Keane
  • wie krass sich allerdings Javadi immer noch verhält, sieht der Zuschauer nur Sekunden später, als er seinen früheren Retter, Amir, hinterrücks erschießt

Schlussbemerkung 

  • der Titel der Folge ist hierbei so mehrdeutig ; so lässt es sich in unterschiedlicher Hinsicht verstehen
  • so kann “Imminent Risk” Folgendes heißen: Carrie als imminentes Risiko gegenüber Franny (vor dem Familiengericht) ; Carrie als imminentes Risiko gengeüber “Quinn” (die Worte Dar Adals im Gespräch mit “Quinn”) ; “Quinn” als imminentes Risiko für die Operation in New York ; Majid Javadi als imminentes Risiko (was die Wahrheit über das iranische Nuklear-Abkommen anbelangt)
  • hinter all diesen Überlegungen schwebt in dieser Folge der Name “Dar Adal”
  • eine wirklich sehr gelungene Folge, da sie die Vielschichtigkeit und die Komplexität dieser Serie so gut zum Vorschein bringt
  • ich hoffe, dass Folge 8 auf ähnlich hohem Niveau ausfallen wird
  • danke fürs Lesen und bis nächsten Montag oder Dienstag !

MfG Tobi

calsportal.eu

Quelle (Bild): Showtime

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