Hart und süß?

Es war ein verregneter Sonntagvormittag.  Mein Wunsch war es wieder einmal einen guten Film zu schauen, der Spannung sowie eine vernünftige  Handlung zu bieten hat, wobei das Wort „vernünftig“ bald zum Vergessen war, aber dazu später näheres.

Dank der großen weiten Welt des Internets, bin ich auf ein Filmcover aufmerksam geworden, welches meine Aufmerksamkeit auf sich zog.

Es war ein schlichtes weißes Cover auf dem ein Rotkäppchen ähnliches Mädchen in einer überdimensioniert großen Bärenfalle stand.

……………

Wie ich bereits erwähnte hatte dieses Bild mein Interesse geweckt, und somit hab ich mich ein wenig über die darin vorkommenden Schauspieler erkundigt, und wie alt der Film ist. Der Film wurde 2005 produziert, und als ich dann die Namen Ellen Page und Patrick Wilson las, war ich noch mehr angetan.

Ich denke die Schauspieler Ellen Page sollte vielen bekannt sein.  Aber um sie kurz noch einmal für jeden in Erinnerung zu rufen, hier ein paar schnelle Worte über ihre Rollen in den letzten Jahren.

Ihren Durchbruch schaffte sie mit dem Drama „Juno“ in dem sie einen schwangeren Teenager spielt, die ihr Kind zur Adoption freigibt. Danach folgten Auftritte in den „X-Men“ Filmen, und im Jahr 2010 im absolut genialen Film „Inception“.

Patrick Wilson ist jedoch ein unbekannterer Name, aber dennoch find ich ihn als einen echt tollen Schauspieler, der weiß wie er diverse Charakterrollen ordentlich auf die Leinwand bekommt.

Ich möchte jetzt natürlich auch ein paar wenige Worte über seine letzten Rollen verlieren.

Nach ein paar kleineren Rollen gelang ihm der Durchbruch 2010 in der Kinofassung vom „A-Team“, in dem er den CIA Agenten Lynch verkörpert. In diesem Film gefiel er mir schon gut, und dann kamen Filme wie die zwei „Insidious“  Teile und „The Conjuring“, in denen er sich auch glaubwürdig in einen Horrorfilm darstellte.

Na gut, jeder der „Insdious“ kennt wird mir rechtgeben dass der zweite Teil für die Mülltonne war, aber der erste war wenigstens gut. Aber „The Conjuring“ war echt super, der stand sogar in der engeren Auswahl darüber zu schreiben. Vielleicht kommt das auch noch…

Kommen wir nun zurück zum eigentlichen Film.

Ich machte leider den Fehler und las mir zu viel darüber im Netz durch. Dadurch wurde mir persönlich etwas zu viel darüber gespoilert.  Abgesehen vom Ende, welches ich dadurch bereits in groben Zügen wusste, blieb aber dennoch ein sehr großer Überraschungseffekt während des Films vorhanden.

Interessant war es zu sehen, dass außer den zwei erwähnten Darstellern keine anderen Schauspieler im Film vorgekommen sind. Es gab zwar einen Auftritt einer dritten Person, diese Szene dauerte allerdings nur sehr, sehr kurz. Also ja genau, der Film kommt mit zwei Schauspielern aus, und ich kann nur sagen – mehr braucht es nicht.

Mir fällt übrigens grade auf, dass ich den Titel noch immer nicht erwähnt habe. Ich werde ihn erst am Ende meines Textes verraten.

Da ich die großen Momente des Films nicht preisgeben will, werde ich die Handlung nur entschärft beschreiben. Ich hoffe ich kann trotzdem die Großartigkeit vermitteln ohne zu viel zu verraten.

Ich kann nur so viel sagen, es wird nicht an überraschenden Wendungen gegeizt und es wird eine beklemmende Atmosphäre mit sehr viel Spannung aufgebaut. Und bis zum Ende hin ist alles sehr unerwartet was passiert.

Die Handlung möchte ich in zwei Aussagen beschreiben:

Das Thema ist ÄUSSERST grenzwertig, und Folter muss nicht immer blutig sein.

Patrick Wilson spielt darin einen Fotografen Mitte 30, der (vermeintlich) pädophile Neigungen hat, während Ellen Page ein 13 Mädchen verkörpert. Ich habe jetzt nicht genau nach recherchiert, aber ich glaub nicht dass sie während des Drehens viel älter war als ihre Rolle, was dem Ganzen aufgrund der Handlung viel mehr Glaubwürdigkeit gibt.

Die beiden Charaktere lernen sich zu Beginn des Films in einen Internetchat kennen. Während des Chattens merkt sie dass beide sehr viel Gemeinsamkeiten haben, und das obwohl Er und Sie das Alter der jeweilig anderen Person wissen. Schnell kommt das was natürlich kommen muss, sie machen einen Treffpunkt aus und treffen sich in einem öffentlichen Cafe.

Er erzählt ihr, dass er Modefotograf ist und Bilder von Teenagern macht. So skurril es auch klingen mag, aber es scheint in den ersten Minuten so als ob die zwei miteinander flirten würden. Nach kurzer Zeit will sie mit zu ihm nach Hause um sein Haus zu sehen. Aber er lehnt zuerst ab, weil sie ja doch noch minderjährig sei. Letztendlich kann sie sich durchsetzen und er nimmt sie mit zu ihm.

Dort unterhalten sich beide gut miteinander, bis dann plötzlich Sie anfängt mit ihm Wodka zu trinken und ein wenig Party machen will. Der Fotograf allerdings möchte dies von Anfang an unterbinden, da sie ja erst 13 Jahre alt sei, und sich sowas nicht gehöre.

Als sie sich dann aber erneut durchsetzen kann geschieht das unerwartete. Er, schon leicht betrunken, sieht plötzlich wie sich das Mädchen das T-Shirt auszieht und in Unterwäsche vor ihm steht.

Und somit nimmt die Geschichte seinen Lauf, und ich kann nur sagen dass es nicht so kommt wie man vielleicht jetzt denkt.

Da ich das folgende nicht verraten will, sag ich jetzt nur dass ab diesem Zeitpunkt Momente kamen in denen es an Überraschung nicht fehlte. Es beginnt ein Wahnsinns Psycho-Krieg der sich innerhalb einer Stunde immer mehr steigert, und am Ende in einem intelligenten und gut inszenierten Finale endet.

Wer also einen Psycho-Thriller mit intelligent inszenierter Rache sehen will, sollte sich auf alle Fälle den Film „Hard Candy“ vormerken. Er ist trotz dem heiklen Thema großartig gemacht und Selbstjustiz wird auf ein ganz neues Level gehoben.

Aber am Ende sei noch gesagt.  Obwohl es kein blutiger Film ist, sind die Szenen dennoch sehr hart und gewalttätig, wenn auch die Form eine andere ist als man sonst so gewohnt ist.

Ich hoffe dass ich ein wenig das Interesse geweckt habe, bis bald…

[Total: 2    Average: 3.5/5]

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Marco

One comment

  1. Calella

    Also Marco, ich kenne den Film noch nicht, allerdings möchte ich das schnell ändern. Alleine der Plot, der sich dann wohl so drastisch ändert spricht mich so gut wie immer an. Ich liebe es, wenn man denkt, man habe den “Durchblick” über etwas, nur um dann wiederum eines Besseren belehrt zu werden.

    Kurz und knapp: Super geschireben und ich hoffe, dass der dritte Text nicht so ganz lange auf sich warten lassen wird *zwinker*

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