Serientipp “Black Mirror” – Unabhängige Episoden zu Fragen von Technologie und Menschheit – Recap in Stichpunkten (alle Staffeln) (Update: 30.12.17 ; nun auch Staffel 4)

Hallo zusammen,

seit einigen Tagen schaue ich nun die Serie “Black Mirror” auf Netflix. Erst durch Zufall mit der dritten Staffel begonnen, und positiv überrascht, habe ich daraufhin die erste Staffel angefangen.

Was kann man über diese Serie sagen ? Noch nie zuvor, war es so einfach, eine neue Serie zu starten. Der Grund liegt hier in der Konzeption der Serie an sich. Jede Folge spiegelt ein neues Thema wider und ist somit für sich alleine zu sehen. Über all den Folgen findet sich dann jedoch der Haupt-Plot, wie sich die heutige und zukünftige Technologie und Digitalisierung mit unserem eigenen Leben vereinbaren lassen bzw. hierauf Einfluss haben.

Versteht mich nicht falsch, nicht jede Folge ist wirklich gelungen. Gerade die erste Folge, somit der Pilot, war mit das Schlechteste, was ich seit längerer Zeit zu Gesicht bekam, und doch hat die Serie etwas. Jede Folge fragt man sich förmlich zuvor, in was für eine Richtung es dieses Mal gehen könnte. Einige Folgen sind dabei wirklich nur schwer zu verdauen, da sie wirklich unter die Haut gehen. Es ist also keine Serie, die man mal nebenbei schauen kann, bis auf wenige Folgen, die einfach nicht gut sind.

So, nun hier, dieses Mal in schriftlicher Form, mein eigenes Recap und die Frage nach der Message jeder einzelnen Folge. Ob ich hiermit richtig liege oder nicht, kann man schlecht erläutern. Dass man jedoch so ins Grübeln kommen kann, ist sicherlich ein wirklich starker Pluspunkt von “Black Mirror”.

“Black Mirror “- Recap – Was könnte die Message der entsprechenden Folge sein ? (eigene Benotung der entsprechenden Folge: 1 – 5)

Staffel 1

Folge 1 “Der Wille des Volkes” (1)

  • die eigene Würde unterliegt dem Kollektiv ; zwar “rettet” der Premier das Leben der Frau, allerdings gibt er damit zu Teilen auch sein eigenes Privatleben ganz auf, was wohl nur noch schwer, zu kitten sein wird

Folge 2 “Das Leben als Spiel” (3)

  • der Protagonist legt seine ganze Zukunft in die Hände einer so gut wie unbekannten Frau ; in ihr sieht er die Chance, auf ein besseres Leben
  • als diese jedoch dem “System” (hier dem “Hot Shot”-Format als Casting-Show), erliegt, versucht er seinem Leben einen neuen Sinn zu geben, und dem System bzw. dem Publikum (die “Strampler”)einen Spiegel vorzuhalten
  • am Ende schluckt ihn jedoch das System, so dass er genau das wird, was er nicht sein wollte, ähnlich wie bei der Frau zuvor

Folge 3 “Das transparente Ich” (4)

  • je mehr man es zulässt, dass das eigene Dasein als Mensch (Erinnerungen, Gefühle, Handlungen) einer größeren und gefährlicheren Form von Technologie weicht (hier Implantat), desto mehr riskiert man auch, Dinge zu Gesicht zu bekommen, die eigentlich nicht ersichtlich sein sollten
  • Erinnerungen wiederholt “abspielen” zu können, und hier sogar eine Art von Analyse durchzuführen, kann zu unbestimmten Konsequenzen führen (der Mann verliert seine Familie und will dies am Ende durch das Entfernen des Implantats am liebsten ganz vergessen)

Staffel 2

Folge 1 “Wiedergänger” (4)

  • ähnlich wie bei dem Film AI: es reicht eben nicht aus, nur bestimmte Muster nachahmen zu können
  • irgendwann merkt man den Unterschied zwischen Mensch sein und nur “Wiedergänger” bzw. eher einer anderen Form von Roboter
  • gerade wenn man einen Menschen verloren hat, kann man dies eben nicht mehr rückgängig machen, es wird nie wieder so sein wie früher, einfach weil es sich, wie hier aufgezeigt, eben nicht um ein menschliches Wesen handelt

Folge 2 “Böse Neue Welt” (5)

  • wenn “Gerechtigkeit” in Form eines Parks zur Schau gestellt wird
  • ob nun offiziell oder inoffiziell eingeleitet, so sieht die “böse neue Welt” aus, wenn es sich um die Strafe eines Verbrechens handelt
  • dabei wird die Strafe von einem noch krasseren Ergötzen in Form von “Big Brother” und Ähnlichem begleitet
  • fremde Menschen bezahlen als Besucher dafür, selbst Teil einer solchen Strafe werden zu dürfen ; nach dem damaligen Motto von DSF “mittendrin, statt nur dabei”

Folge 3 “Die Waldo-Kandidatur” (4)

  • wenn es nicht mehr auf Expertise, Erfahrung oder ähnliche Fähigkeiten der Politik ankommt
  • einfach nur noch gegen alles und jeden sein, und schon kann man sogar als Zeichentrickfigur erfolgreich sein
  • in einer Welt der heutigen, siehe USA, ist es zwar noch keine Zeichentrickfigur, aber politisches Gespür oder sogar Teil des Systems zu sein, scheinen auch jetzt schon nicht mehr eine notwendige Bedingung darzustellen
  • Waldo ist dabei nur die Fortführung einer solchen, vielleicht sogar noch in Zukunft größer werdenden, Entwicklung

Folge 4 “Weiße Weihnachten” (5)

  • wenn es möglich erscheint, das Bewusstsein auf irgendeine Weise zu entziehen, kann dies unglaubliche Auswirkungen haben
  • so können hier nicht nur Verbrecher, oder zumindest Personen, die schwierige Entscheidungen getroffen haben, überführt werden, sondern dies geht sogar noch weiter
  • wenn es sogar möglich ist, ganze Menschen zu “blocken”, somit jegliche Form der Kommunikation und sogar Erinnerung, auszuschalten, dann kann man selbst in einer ganzen Ortschaft voller Menschen komplett isoliert sein (siehe die Szene, nachdem der Mann das Polizeirevier verlässt)

Staffel 3

Folge 1 “Abgestürzt” (3)

  • wenn das ganze Leben nur noch aus Rankings besteht, und der Sinn einzig lautet, diese so gut es geht zu beeinflussen
  • wenn dann, ob selbst verursacht oder nicht, nun auch noch die soziale Komponente darunter leidet, dann kann man hier nicht mehr von Social Media reden
  • zum Ende hin versteht die Frau, dass in einer solch scheinheiligen und sterilen Umwelt sie selbst nie ihr Glück finden wird, darum auch am Ende all die Schimpfwörter der Gesellschaft und dem System entgegengebracht

Folge 2 “Erlebnishunger” (4)

  • wenn aus fiktiver Form von Virtual Reality so viel mehr wird
  • wenn die Emotionen eines Menschen gezielt hier aktiviert werden sollen, ob nun positiv oder negativ
  • wenn man zwischen Realität und VR nicht mehr unterscheiden kann, und die Konsequenzen direkt oder indirekt unglaublich für die betroffene Person ausfallen

Folge 3 “Mach, was wir sagen” (5)

  • wenn aus der Furcht vor öffentlicher Diskreditierung ganze Straftaten entstehen
  • anstatt zur Polizei zu gehen, wird am Ende alles riskiert, und dies sogar völlig umsonst
  • am Ende geht es den “Leuten am Telefon” nicht um Geld oder andere materielle Dinge, sondern darum, das Leben von unbekannten Menschen nachhaltig zu zerstören
  • auch wenn man in der letzten Szene nicht weiß, ob der Teenager sich tatsächlich Bilder von Kindern angeschaut hat oder nicht, hat er zuvor, der Verheimlichung geschuldet, mehrere Grenzen überschritten

Folge 4 “San Junipero” (4)

  • wenn nach dem Tod ein Leben, wenn auch nur virtuelles, noch irgendwie möglich erscheint
  • aus den Erinnerungen an einen ganz besonderen Ort, hier die Insel San Junipero, wird eine Zuflucht, wenn das irdische Leben nicht mehr ist
  • und schon vor dem Tod stellt es eine Möglichkeit dar, sich dem Alltag, hier beide schon alte und sehr kranke Damen, zu entfliehen, und an schönere Tage des früheren Lebens zu denken
  • je mehr dies der Realität ähnelt, desto stärker die Immersion, bzw. das Erlebnis an sich

Folge 5 “Männer aus Stahl” (1, weil ich nett bin)

  • wenn Menschen als Kakerlaken bezeichnet und bekämpft werden
  • wenn man sich fühlt wie bei “Starship Troopers”, nur in schlecht
  • wenn die einzige Message lautet, dass Masken Menschen, in diesem Fall Soldaten, dazu “motivieren” bzw. dazu nötigen, alle Sinne und Moral auszuschalten, nur um dem vorgegebenen Ziel nachzukommen
  • wenn man am Ende erfährt, dass selbst der “gute” Protagonist einer solchen Maske verfallen ist und böse Dinge durchgeführt hat
  • ganz ehrlich, komplett dumme Folge, die keine echte Suche nach Message verdient hat
  • setzen, 6 !

Folge 6 “Von allen gehasst” (5)

  • wenn es die Chance gibt, andere Menschen, die man nicht mag, wieso auch immer, durch #Deathto wirklich in Lebensgefahr zu bringen
  • der Person hinter diesem perfiden “Spiel” geht es dabei jedoch nie darum, dass genau dies im Vordergrund steht, sondern, dass Menschen, die hier mitmachen, ihre eigenen Konsequenzen zu spüren bekommen sollen
  • ob man hier nun winzige Drohnen in Form einer Biene oder andere technologische Waffen dafür gebraucht, ist glaube ich einmal gar nicht das Wichtigste
  • vielmehr zeigt es auf, dass, falls es diese einfache Lösung zur Tötung wirklich geben sollte, die Schwelle für einen normalen Bürger wirklich gering ausfallen kann ; eine Art von “Milgram-Experiment”, jedoch weniger mit dem Fokus auf einen autoritären Einfluss, vielmehr geht es hierbei um Fragen von Hass, Rache, allgemein negative Gedanken und letztlich auch Sadismus

Staffel 4

Folge 1 “USS Callister” (4)

  • wenn man in der wahren Welt von seinen Kollegen nicht ernst genommen, oder sogar zu Teilen auch gemobbt wird, und dies in der virtuellen dann straft
  • wenn man durch die Übertragung der DNA eines Menschen eine virtuelle Kopie erschafft, und diese sich dann in einem vorher erschaffenen Setting (z.B. angelehnt an Star Trek) zurecht finden muss
  • wenn der Kampf entsteht, sich dieser Qual komplett zu entziehen, selbst, wenn dies bedeuten sollte, dass man sogar seine Existenz in der virtuellen Welt aufgibt
  • wenn man versucht aus der virtuellen Welt die Person in der realen Welt zu kontaktieren, um den Gefahren der virtuellen zu entgehen
  • wenn am Ende das Dasein in der virtuellen Welt, der Ausgang in irgendeiner Form, auch reale Konsequenzen zu bedeuten hat

Folge 2 “Arkangel” (5)

  • wenn aus Angst um sein Kind die absolute Überwachung wird
  • auch wenn man es vielleicht noch einsieht, und wieder besser machen möchte, so sind die Konsequenzen in diesem Fall wirklich in jeglicher Hinsicht gravierend
  • nicht nur die Beziehung der Mutter zu ihrer Tochter leidet darunter, sondern auch die gesamte Wahrnehmung der Tochter, selbst in jungen Jahren
  • es sind schon oft aus eigentlich gut gemeinten Gründen, schreckliche Dinge entstanden ; hier verhält es sich ähnlich

Folge 3 “Crocodile” (5)

  • wenn die Möglichkeit, die Gedanken von anderen Personen zurückverfolgen zu können, einen Menschen sogar so sehr unter Druck versetzt, dass er anderen Menschen das Leben nimmt
  • wenn am Ende eigentlich das, woran gar nicht gedacht wurde, dann jedoch den ganzen Aufwand (in dem Fall sehr schlimme Dinge) ad absurdum führt, und komplett unsinnig erscheinen lässt
  • wenn die totale Überwachung fast keine Grenzen mehr kennt

Folge 4 “Hang the DJ” (5)

  • wenn es zig Verkupplungsversuche mit Hilfe eines bestimmten Systems gibt
  • wenn sich der Widerstand am Ende als die einzig wahre Entscheidung herausstellt
  • wenn dies trotzdem alles Teil des Systems ist

Folge 5 “Metallkopf” (4)

  • in einer nicht beschriebenen scheinbar apokalyptischen neuen Welt kommt es zu dem Kampf zwischen Roboter-Hunden und Menschen
  • die Hauptprotagonistin hat eigentlich nur vor, ihren Liebsten, einige davon wohl schon tot, einen letzten Wunsch zu erfüllen
  • als dann jedoch nur noch sie alleine am Leben ist, und sie aufgrund von Überwachungssensoren scheinbar keinen Ausweg mehr sieht, entscheidet sie sich für eine sehr drastische und gravierende Handlung
  • diese “Hunde” scheinen überall zu sein, und auch das Entrinnen scheint ziemlich unmöglich

Folge 6 “Black Museum” (5, ich würde 10 geben, wenn das gehen würde, Hochachtung !)

  • wenn es keine Grenzen an Sadismus mehr gibt
  • wenn man anderen Menschen das Bewusstsein raubt, um dieses dann wie in einem Grusalkabinett immer und immer wieder zur Schau zu stellen
  • wenn jedoch am Ende doch noch alles “gut” wird, nur eben nicht für jeden Betroffenen
  • (wenn man als Zuschauer die Folge komplett nass geschwitzt beendet, und doch irgendwie strahlend dasitzt)

MfG Tobi
calsportal.eu

Quelle (Bild; frei zugänglich): Pixabay

 

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