The day after tomorrow: Die Seele brennt wieder

Hallo zusammen,

es ist schon ein paar Wochen her, als ich das letzte Mal über mein Borussia Mönchengladbach ein paar Zeilen geschrieben habe. Der damalige Blog Post The day after: Bye bye, Lucien Favre! sollte nur wenige Stunden nach dem niemals vorstellbaren Rücktritt dieses so großen Trainers ein wenig meine Gedanken in Worte umsetzen.

Vom 21. September hin zum 4. November 2015, von “The day after” zu “The day after tomorrow”

Es ist einfach unglaublich, was in den letzten Wochen rund um die Borussia passiert ist. Wo man vor wenigen Wochen noch von anderen Vereinsanhängern, ich möchte hier keine Namen nennen *haha*, aufgrund von 0 Punkten belächelt wurde, überrascht man sich einen Tag nach einem furiosen 1 zu 1 zu Hause gegen Juventus Turin, den vorjährigen Champions League-Finalteilnehmer, selbst dabei, das Haar in der Suppe suchen zu wollen.

Es scheint schon fast ein wenig vermessen und paradox, dass man sich über dieses eine nicht mehr gefallene Tor aufregt und sogar die nicht in vollem Umfang erbrachten Einwechslungen des neuen Trainers Andre Schubert kritisiert. Eine solche Erwartungshaltung, zumindest meinerseits, am gestrigen Abend und auch die Reaktionen auf den verschiedenen Sport-Seiten führen die Arbeit der letzten Wochen schon fast ab adsurdum.

Wie kann man ein solches Spiel, selbst wenn mehr drin gewesen wäre, noch kritisieren, wenn man nur wenige Wochen zuvor bereits das Wort des Abstiegs vernehmen musste? Ich bin doch ein wenig selbst darüber erschrocken, wie schnelllebig nicht nur das Alltagsgeschäft Fußball geworden ist, sondern auch wie man innerhalb so kurzer Zeit so viel scheinbar schon wieder vergessen hat.

Damals habe ich nie verstanden, wieso Lucien Favre immer wieder betont hat, dass man nie vergessen sollte, wo man herkommt. In diesem Moment verstehe ich immer mehr, was er damit gemeint hat und ich kann auch immer mehr nachvollziehen, wieso Sportdirektor Max Eberl eben noch keinen langfristigen Vertrag hat aufsetzen lassen.

Selbst wenn im Moment alles super läuft und das gesamte Trainer-Team und die Spieler einen sehr guten Eindruck hinterlassen, hätte es auch ganz anders kommen können. Aus diesem Grund sollte man selbst ein wenig über die zunehmende Erwartungshaltung nachdenken und diese vielleicht auch hinterfragen.

Ja, das Achtelfinale ist nicht mehr greifbar, aber dies war nach der Auslosung bereits klar. Allerdings haben wir nun zu Hause ein eigenes Endspiel um Platz 3, was einen Einzug in die Europa League bedeuten würde. Ich gebe zu, nicht so viele Spiele in dieser Saison gesehen zu haben, allerdings ist es relativ absehbar, dass das Niveau, zumindest zu Beginn, nicht mit dem der jetzigen CL-Gruppe mithalten wird.

Aus diesem Grund ist für Gladbach noch alles drin, und selbst ein fehlendes Tor in einem Spiel wie dem gestrigen wird die Mannschaft, das Trainer-Team und den ganzen Verein nicht umwerfen. Es ist wichtig, dass weiterhin so besonnen mit der gesamten Situation umgegangen wird, so dass die langfristige Entwicklung des Vereins weiterhin behutsam angegangen werden kann. Auch die Trainerfrage wird in den nächsten Wochen sicherlich beantwortet werden.

Letztlich ging alles in den vorherigen Wochen viel zu schnell. So scheint es zu dem momentanen Zeitpunkt ratsam, etwas durchzuatmen um die weiteren Schritte angemessen planen zu können.

Ich persönlich bin auf jeden Fall frohen Mutes und hoffe mich auch in Zukunft über die fehlenden Tore, falls es so sein soll, im internationalen Wettbewerb ärgern zu können.

In diesem Sinne

MfG Tobi
calsportal.eu

Quelle (Bild; frei zugänglich): Pixabay

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