Auf Wiedersehen internationaler Wettbewerb: Ein Zwischenruf

Hallo zusammen,

seit einigen Stunden ist für Borussia Mönchengladbach die Zeit im internationalen Geschäft also vorbei, und es fühlt sich immer noch etwas merkwürdig an. Es hätte so viel mehr drin sein können, nur hilft der Konjunktiv in diesem Fall eben dann doch nicht weiter.

Schon zu Zeiten der eigentlichen Auslosung konnte man überall im Netz darüber lesen, wie sehr Gladbach sich doch blamieren und dass es eine Schande für den deutschen Fußball sein werde. Sie hätten es sich zwar aufgrund der Leistung in der Saison zuvor verdient, aber mehr eben auch nicht. Es sei doch nur noch eine Schlachtbank, die schon auf Gladbach warten würde.

Wer nun, auch wenn dies immer noch viele Fans anderer Vereine sehr gerne an den Tag legen, meint, die Leistung von Gladbach als eine Schande für Deutschland zu bezeichnen, der hat den Fußball, in den Worten von Rudi Völler, wohl nie geliebt !

Ich kann mich nicht daran erinnern, in sechs Spielen eine solch große emotionale Achterbahn erfahren zu haben, wie in dieser CL-Vorrunde. Es war fast schon unbeschreiblich, wie sehr sich Freude und Frust abgewechselt haben. Es schien wie eine Mischung aus Traum und Alptraum. Nur eines war es in keinem Fall, nicht mal im Ansatz, etwas Langweiliges !

Nur wird man sich von all den Erfahrungen, zumindest kurzfristig, nichts kaufen können. Dank einer wirklich schlechteren zweiten Halbzeit in Manchester wurde der Sieg immer unwahrscheinlicher. Der Druck nahm von Minute zu Minute zu, und die Kraft der Gladbacher-Spieler immer mehr ab. Sie sind einfach in den letzten Wochen und Monaten so ans Limit gegangen, dass man dies, gerade dann wenn Man City mal Gas gibt, einfach zu spüren bekommt.

Viele dieser Foristen oder “Experten” in den sozialen Netzwerken halten sich scheinbar nicht vor Augen, was in den letzten Monaten alles passiert ist:

Angefangen mit einem absoluten Tief, ganze 0 Punkte nach fünf Spielen und der Abgang des großen Luciven Favre, über die Zeit mit Schubert als Interimstrainer bis hin zur Verabschiedung aus dem internationalen Wettbewerb, was nicht unbedingt hätte sein müssen.

Um ganz ehrlich zu sein, habe ich nach dem 4:2 von Man City gegen Gladbach nur noch das Parallelspiel in Sevilla verfolgt. Die letzten fünf Minuten erkannte ich mich, wie schon mehrmals zuvor beschrieben, einfach nicht wieder. So versuchte ich, wenn auch ein wenig dämlich, durch mein Geschrei die Juventus-Spieler förmlich noch zu pushen, für dieses so wichtige 1 zu 1, am besten noch in der allerletzten Sekunde, so als super geniales Happy End, wenn auch ohne Erfolg.

Ich verstehe, dass man der Gladbacher-Mannschaft nach diesem Spiel einiges vorwerfen kann, nur sollte man auch so fair sein und dabei berücksichtigen, wie viel Kraft dies all gekostet hat.

Es hört sich immer so einfach an, wenn man von einem Hoch spricht, das sich folglich aus einem Tief ergibt, allerdings steckt dahinter extrem viel Arbeit und auch der absolute Willen. Die Jungs haben einfach alles nur Erdenkliche gegeben, nur hat es eben einfach nicht gereicht.

Manchmal muss man sich mit dieser neuen Erfahrung auch einfach begnügen, um genau darauf aufzubauen.

Wenn Gladbach in den letzten Wochen und Monaten doch etwas gezeigt hat, dann ist es der mittel-bzw. langfristige Verlauf der Planung. Wir wissen nun, wie geil sich die CL anfühlt, sogar noch so viel mehr als die EL, und wie viel Emotion hierdurch entstehen kann. Aus diesem Grund wird die Gier, dieses Gefühl so schnell es geht wieder zu erleben, eher größer als geringer werden.

Aus diesem Grund heißt es nun, bis zur Winterpause durchzuhalten und dann, mit hoffentlich weniger verletzten Spielern, wieder anzugreifen. Und dann schauen wir einfach, ob sich 2016 diese Strahlkraft des internationalen Wettbewerbs wieder zeigen wird.

In diesem Sinne.

MfG Tobi
calsportal.eu

Quelle (Bild; frei zugänglich): Pixabay

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