Fargo, die Serie – Eine Rezension zu Staffel 1 (enthält keine Spoiler)

Hallo zusammen,

so wie bereits vor ein paar Tagen in Form einer Liste erwähnt, möchte ich mich dieses Jahr nicht nur mit einigen bestimmten Filmen genauer auseinandersetzen, sondern auch mit ganz besonderen Serien.

Ich weiß gar nicht genau wieso, allerdings habe ich in der letzten Zeit, als mehrfache Antwort auf meine Frage, welche Serien man mir empfehlen könne, “Fargo” zu hören bekommen. Ich selbst kannte zwar den Film, zumindest vom Hörensagen, aber das war es auch schon.

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Der Film “Fargo”

Um jedoch so einigermaßen gut vorbereitet zu sein, entschied ich mich kurz vor dem eigentlichen Serienbeginn dazu, diesen Klassiker der sogenannten “Coen-Brüder” anzuschauen.

An sich finde ich den Film herausragend. Ich kann mich nicht daran erinnern, eine so rauhe Erlebniswelt erfahren zu haben, wie in diesem Film. Die Kälte, die der Schnee an sich allgemein zum Ausdruck hat, ist dabei in so gut wie allen Facetten, auch was die einzelnen Charaktere anbelangt, aufgekommen.

Innerhalb dieses, zumindest was mich angeht, so besonderen Abschnitts der USA, erzählen sich die verschiedenen Personen einige abgefahrene und skurrile Dinge und gehen auch teilweise sehr seltsam miteinander um. Nichtsdestotrotz gibt es innerhalb dieser bestimmten Community auch immer etwas Liebreizendes, was jedoch durch die nun neu aufkommenden Vorkommnisse immer mehr in Zweifel gezogen wird.

So gibt es hier auch komische Gestalten, die böse Dinge ausführen, um so gut wie nichts zu spoilern, und dennoch manchmal so gar nicht an Ernsthaftigkeit dazu gewinnen können. So möchte man diese teilweise einfach in Gewahrsam nehmen um ihnen ihren eher unzurechnungsfähigen Status zu entziehen..

Zusammenfassend empfand ich den Film “Fargo” als etwas wirklich komplett Anderes. Dieser versteht es, meiner Meinung nach, nicht nur auf gewisse Art und Weise zu unterhalten, sondern auch einen Einblick in eine ganz andere, skurrile und brutale Welt zu ermöglichen.

Dies könnte, wenn man dies unbedingt möchte, deshalb auch zugleich mit der beste Einstieg in die Serie an sich sein.

 

Die Serie “Fargo”: Staffel 1

Genau davon ausgehend, ließ ich ein paar Tage verstreichen und begann dann gestern damit, die Serie anzufangen. Ich habe extra auf Netflix nicht einmal die paar Zeilen gelesen, die bei jeder Folge als kleine Information gedacht sind. Ich wollte einfach ohne irgendeine Vorkenntnis an die ganze Sache herangehen.

Im Gegensatz zu dem Film kommt die Stadt Fargo am Anfang so überhaupt nicht vor, erst im späteren Verlauf. Vielmehr hat man es mit mir eher unbekannteren Städten innerhalb des Bundesstaates Minnesota zu tun, die sich im Verlauf der Serie immer ein Stück weiter verändern.

Und dennoch wird man mit der Zeit verstehen, wieso gerade auch die Serie immer noch Fargo heißt. Diese Zusammenhänge, auch zu dem Film an sich, sind zugleich “nice to have”, aber mehr auch nicht.

Aus diesem Grund empfehle ich zwar den Film zuvor gesehen zu haben, alleine um die Atmosphäre und das teilweise sehr Skurrile und Brutale zu erleben, allerdings ist es wohl dann doch keine Notwendigkeit.

Erst im Nachhinein beginnt man damit, eigentliche Parallelen zu ziehen um so der Story einen noch größeren Stellenwert zu verleihen. Allerdings ist dies für den eigentlichen Plot der Serie an sich nicht so wichtig.

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Um auch überhaupt nichts zu spoilern, versuche ich im kommenden Verlauf so allgemein wie irgendwie möglich zu schreiben.

Generell handelt die Serie davon, dass ein abstruser Mann eine Stadt in Minessota “besucht” und dann, eher ungewollt, mit einer neuen Aufgabe konfrontiert wird. Aus dieser Ausgabe ergibt sich dann alles Weitere und immer mehr Personen werden mit einbezogen.

Auch wenn man zu Beginn, bereits in der ersten Folge, so einige Dinge zu erfahren und durchleben hat, so nimmt der Umfang förmlich von Folge zu Folge zu. Es werden immer ein paar mehr Charaktere vorgestellt, die entweder direkt oder indirekt Teil der aufkommenden Geschehenisse werden.

Den einen Charakter mag man dabei eher als den anderen. Allerdings ist keiner der Charaktere, meiner Meinung nach, in irgendeiner Form langweilig.

Es ist nicht einfach, wirklich so viel auszulassen, allerdings lebt die Serie einfach von der Spannung und jegliche weitere Information könnte hier schon vieles zerstören.

Wenn ich ehrlich bin, gibt es zu Beginn vor allem einen ganz bestimmten Charakter, den ich sogar fast schon bemittleidet habe und dem man einen gewissen Charme abnehmen konnte. Es ist so eine “Loser”-Person, der man eigentlich nur etwas mehr Glück im Leben zukommen lassen wollen würde. Mit der Zeit ändert sich dies jedoch umso mehr und je mehr man das Gesicht dieser Person sieht, desto eher wünscht man ihm selbst nicht allzu schöne Dinge.

Mein absoluter Liebling ist jedoch eine eher sehr mysteriöse Gestalt, die man irgendwie nie so wirklich verstehen wird oder dieses auch nicht unbedingt möchte. Sie gibt so viele Rätsel auf und strahlt dennoch eine gewisse boshafte Faszination aus.

Die Gefahr, die von dieser Person ausgeht, wird von Folge zu Folge dramatischer und die Brutalität nimmt dabei zugleich drastisch zu. Und dennoch, irgendwie habe ich mich nie davor erschrocken, am Ende habe ich sogar eine Haltung eingenommen, die mich teilweise angewidert hat.

Dass es jedoch auch ganz andere, absolut liebreizende Personen, innerhalb dieser, nicht nur aufgrund der schneebedeckten Landschaft, rauen Umwelt gibt, beweisen zwei andere Personen. Beide sind hier zu Beginn Teil der Polizei und man nähert sich ihnen immer etwas mehr an.

Schon sehr früh habe ich mir gewünscht, dass die Serie, zumindest was das Schicksal der Beiden angeht, bitte nicht ins Negative abrutschen sollte. Man gewöhnt sich einfach zu tief an die netten Gespräche und auch an eine gewisse Zuneigung.

Wenn schon jemand böse Dinge erleben sollte, dann bitte nicht diese Beiden, so schon sehr früh meine Gedanken.

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Desweiteren habe ich Schnee noch nie so zutiefst schön und doch so grausam empfunden wie in dieser Serie und auch dem Film an sich. Schnee hat wunderschöne Seiten, gerade wenn es tolle Landschaftsaufnahmen gibt, allerdings kann Schnee auch die absolute Unkenntnis und eine große Unsicherheit bedeuten.

Es gibt eine Szene, relativ spät in der Serie, in der das hier Beschriebene so unglaublich gut umgesetzt wird. So wurde der Schnee auch zugleich zu einem eigentlichen Stilmittel, um die Konfrontation bestimmter Charaktere der Serie darstellen zu können. Noch nie habe ich in einer Serie einen Schneesturm, Blizzard, als so großartig und doch unheimlich erleben können.

Mein Fazit zu Staffel 1:

Auch wenn die Serie sowohl Skurriles, sehr schwarzen Humor, etwas Lebendiges und absolute Brutalität miteinander verbindet, so bleibt sie bis zum Schluss immer, meiner Meinung nach, absolut überzeugend. Die Serie schildert ein Minnesota, so wie ich es in keinem Film oder keiner Serie zuvor erleben durfte.

Genau wie es der Film auf großartige Art und Weise verstanden hat, so bleibt sich auch die Serie treu. Der Zuschauer wird Teil einer ganz anderen Welt, die einen ganz besonderen Charme verspürt. Dieser Charme erscheint schon fast paradox, da die Geschehnisse eigentlich immer mehr ins Graue und Düstere abdriften.

So langsam verstehe ich, wieso mir so viele Menschen diese Serie empfehlen, weil sie eben mehr ist als nur eine Krimigeschichte über bestimmte Ereignissen in irgendwelchen Städten im Bundesstaat Minnesota. Jeder, der die erste Staffel bis zum Ende hin verfolgt, wird verstehen, was ich hiermit genau meine.

Aus diesem Grund kann ich nur eine absolute Empfehlung meinerseits aussprechen. Und auch wenn es sich ein wenig seltsam anhören sollte, ich würde sogar nicht dazu raten, den hier verlinkten Trailer überhaupt anzuschauen.

Nur so wird es Euch möglich sein, genauso unwissend und unvoreingenommen wie ich es war, an die Dinge heranzutreten und “Fargo” selbst richtig zu erleben !

MfG Tobi

calsportal.eu

Quelle (Bild; frei zugänglich): Pixabay

 

 

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