Homeland Staffel 6 – Persönliche Review – Folge 10 “The Flag House” (Originale US-Version auf iTunes)

Hallo zusammen,

tja, was soll man sagen, es hat alles eine Ewigkeit gedauert. Noch nie zuvor kamen die Texte zu Homeland so spät. Da allerdings i-Tunes für mehrere Tage keine neue Folge preisgeben konnte, hat sich dies alles verschoben. Aus diesem Grund gibt es heute die absolute Dröhnung, kurz vor dem Finale der aktuellen Staffel heute Nacht.

Die nun zu besprechende Folge hat mich ehrlich gesagt ziemlich kalt gelassen. Wirklich begeistern konnte sie mich nicht, ganz im Gegensatz zu Folge 11. Nichtsdestotrotz gibt es nicht nur inhaltlich genug auch zu dieser 10. Folge festzuhalten.

So, nun aber zu einer genaueren Betrachtung meinerseits, viel Spaß damit !

Homeland Staffel 6: Folge 10 (“The Flag House”)

Allgemein

  • das wirklich Spannendste dieser Folge ergab sich für mich ganz klar aus dem immer größer werdenden Druck auf Carrie
  • dass sie ihre Tochter erst nicht sehen durfte, dann allerdings schon, und wie sehr sie immer mehr den perfiden Machenschaften von Dar Adal preisgeben musste, das war schon erschreckend zu sehen
  • auch Max in dieser sehr fragwürdigen Firma (siehe Sock Puppets, Folge 9) hat zumindest einen Hauch von Spannung und Unberechenbarkeit mit sich bringen können
  • auch die Beziehung, auch wenn schwieriger Natur, zwischen Saul und seiner (Noch)-Ehefrau, könnte man ein wenig als als positiven Aspekt durchgehen lassen ; wie sehr sie ihm wieder Mut verschafft hat, dass er eben nicht für immer verschwindet, hat mir imponiert !
  • im Grunde war jedoch “Quinn” für mich mit die größte Enttäuschung überhaupt ; hier hätte ich mir so viel mehr erwartet
  • von daher würde ich diese Folge eher als “Filler” bezeichnen wollen, als mehr leider nicht

Inhalt

  • Dar Adal scheint auch in dieser Folge immer mehr den Puppenspieler (Puppet Master), wie ich ihn gerne selbst ansehe, zu geben
  • hier laufen einfach alle Fäden zusammen, und genau bei dieser Person wird sich am Ende auch das Finale besonders erstrecken
  • inhaltlich hat es mich so gar nicht vom Hocker gerissen, ich war einfach von mehr größeren Entwicklungen ausgegangen, aber nun gut

Peter Quinn

  • schon sehr früh in dieser Folge sieht man Peter in einen Imbiss, in dem er, ob durch Zufall oder nicht, mehr Informationen über den Aufenthalt vom “Mann auf der anderen Straßenseite” herauszufinden versucht
  • als er dann eine scheinbar bekannte Kellnerin wiedererkennt, da diese wohl früher mit einem Kollegen von Peter zusammen war, ergibt sich eine intellektuelle eher schläfrige Unterhaltung ; eine solche Konversation hätte auch ein Kind führen können
  • was mich hier zu Beginn echt teilweise genervt hat, zeigt jedoch nur, wie sehr Peter Quinn nicht nur körperlich seiner früheren Form hinterhertrauert

  • kurze Zeit später kommt er einem Haus jedoch immer näher, und weiß auch, nicht zuletzt nach Betreten, dass sich hier bestimmte Meetings ergeben müssen
  • in diesem Zusammenhang lernt der Zuschauer auch dazu, dass dieses Haus schon früher von Spezialeinheiten der CIA, scheinbar unter Führung Dar Adals, genutzt wurde ; Quinn noch einmal zu sehen, wie er früher einmal war, war Schmerz und Segen zugleich, auf jeden Fall für mich
  • da er nun sogar den scheinbar echten Wagen finden konnte, der falsche wurde zu Beginn der Staffel mit einer Bombe versehen, glaubt er der Wahrheit immer ein Bisschen näher kommen zu können ; in diesem Zusammenhang erlebt man “Quinn” nur leider anders als früher ; so macht er dies nicht primär für den Zweck, die Hintermänner zu finden, sondern ihn dürstet es scheinbar vielmehr nach Rache
  • kurze Zeit danach gibt er einer früheren Freundin, ich meine diese zu Beginn der Staffel als ihm Geld gestohlen wurde, den Auftrag, Carrie zu ihn zu lotsen
  • er selbst ist mit genug Waffen ausgerüstet um so gut wie alles tun zu können

Saul Berenson

  • noch nie zuvor konnte man Saul so aufgelöst und ängstlich erleben wie in dieser Folge
  • so rast er durch New York City, immer im Gefühl, er würde verfolgt
  • bei einem scheinbar befreundeten israelischen Bekannten erhält er nun gefälschte Unterlagen und genug Ressourcen für eine Flucht
  • als er sich dann jedoch von seiner (Noch)-Ehefrau verabschieden möchte, merkt er erst, besonders dank ihrer Hilfe, wie sehr ein Saul Berenson, der immer alles für die Sicherheit der USA gegeben habe, auch nicht bei beruflichem Bankrott aufgeben würde

  • nun wieder, so scheint es zumindest, mit neuem Mut ausgestattet, sucht er Carrie auf, nur ist diese eben auf dem Weg nach “Quinn”, wovon Saul natürlich nichts weiß
  • die kommende Minute war dann für mich als Fan der Serie echter Balsam für die Seele, als er in Carries Haus vor der seit Staffel 1 bekannten Wand steht, auf der das wahre Genie Carrie Matthisons zu erkennen ist
  • mit dieser Wand hat sie, teilweise komplett besessen, immer versucht, die schwierigsten Sachverhalte richtig einschätzen und lösen zu können…

Carrie Matthison

  • eigentlich hatte Carrie ja vor, auch obwohl sie der Konsequenzen für Saul weiß, gegen Dar Adal auszusagen
  • diese Aussage wäre mit die einzige Möglichkeit für die President-Elect, endlich Dar Adals Aktionen zu beenden
  • nur wird Carrie schon schnell mitgeteilt, dass jedes weitere Handeln die Beziehung zu ihrer Tochter erschweren könnte ; der Anruf beim zuständigen Jugendamt und die neue Erkenntnis, dass ihre Tochter krank sei, bringen für Carrie in dieser Situation neue Rahmenbedingungen zum Vorschein
  • so gibt sie auf und lässt dies auch die Handlager von Dar Adal wissen ; nur kurz darauf sei dies alles nur ein Missverständnis gewesen und natürlich könne sie ihre Tochter, wie vereinbart (siehe Folge 9, Gespräch mit Saul auf der Bank) zu Gesicht bekommen
  • Carrie scheint einfach komplett kraftlos zu sein, und zu Teilen vor der Wahrheit und dem so harten Weg dahin, komme was wolle, flüchten zu wollen
  • erst als sie “Quinn” wieder zu Gesicht bekommt und nur wenige Meter von dem Haus entfernt ist, in dem der ausgetauschte Wagen, durch den ihr Mandant Sekou sein Leben verlieren musste, scheint in ihr wieder etwas mehr Wille aufzukommen
  • noch nie zuvor empfand ich Carrie als so schwach und schon fast sekundär, trotzdem jeder Zuschauer um den dramatischen Druck auf Carrie weiß

President-Elect Elizabeth Keane

  • eigentlich war für sie die Sache ja relativ klar ; Dar Adal sollte bzw. soll unbedingt ausgeschaltet werden
  • als dann jedoch Dar Adal unangekündigt vorbeischaut und Namen für das kommende Kabinett ihrer Präsidentschaft vorschlägt, fährt sie komplett aus der Haut
  • so weiß sie um die Wirkung, die eine solche Nominierungwelle mit sich bringen würde, schließlich handelt es sich dabei um Politiker, die sie schon oft als absolut unfähig hingestellt hatten
  • völlig wutentbrannt geht sie nun Dar Adal komplett an und lässt ihn wissen, dass sie alles wisse, was seine Machenschaften anbelange
  • Dar Adal hingegen zeigt nicht einen kleinsten Eindruck von Angst, sondern unterstreicht, dass er schon so lange Zeit für die Sicherheit der USA tätig sei, da könne sie von noch so vielen US-Bürgern gewählt worden sein

  • immer noch enttäuscht, verlässt Elizabeth Keane nun ihr Hotel, das für die Transition angedacht ist, um Carrie doch noch zu überzeugen ; ohne sie steht sie komplett machtlos vor einem Feind, den sie nun abscheulich verachtet
  • doch auch hier zeigt sich die Ängstlichkeit Carries, die auch durch President-Elect Keane damals keine Hilfe erhalten konnte bzw. durfte
  • als sei dies nicht schlimm genug, fängt nun der schon von den Zuschauern der Serie lang erwartete Hate im Internet an ; so wird also ihr Sohn nun als absoluter Feigling dargestellt, der lieber vor allen Feinden fliehen würde anstatt seine befreundeten Kollegen zu retten
  • der Catch Phrase in diesem Fall lautet “Cowardice runs in the familty”, in etwa im Deutschen: Feigheit findet sich in der gesamten Familie
  • dieser Schlag hat gesessen ; Elizabeth Keane ist am Boden zerstört und gibt sich nun sogar selbst die Schuld daran, das Thema über den Tod ihres Sohnes angesprochen zu haben

Dar Adal

  • Dar Adal zeigt nicht nur in einem Vier-Augen-Gespräch seine wahre Stärke, sondern auch im Gespräch mit dem zuständigen Mann hinter alle den Verschwörungstheorien, was die President-Elect und ihren Sohn anbelangt
  • so sieht man beide wieder in der Firma, in der die “Sock Puppets”, also Bots im Internet, durch das Verbreiten von Fake News und Hassbotschaften die US-Bürger gegen ihre neue Präsidentin aufbringen
  • aus Sicht Dar Adals ist es nur eher suboptimaler Natur, dass Max, der sich in diese Firma zuvor geschlichen hatte, beide Charaktere nun jedoch fotografieren und das Bild an Carrie verschicken konnte
  • auch wenn Max aufgeflogen ist, so sieht wenige Augenblicke später Saul, der gerade in deren Haus auf sie wartet, eben genau jenes Bild

Schlussbemerkung 

  • vielleicht fällt auf, dass ich in diesem persönlichen Review eher weniger eigene Meinung oder eigene empfundene Emotionen geschildert habe
  • dies liegt ganz klar daran, dass mich diese Folge extrem unbeeindruckt hat
  • es war alles ganz nett, aber dieses Kribbeln, welche Gefahr als nächstes aufkommen könnte, fehlte mir einfach komplett, bereits beim Anschauen

MfG Tobi

calsportal.eu

Quelle (Bild ; frei zugänglich): pixabay

 

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