Homeland Staffel 6 – Persönliche Review – Folge 12 “America First” (Finale) (Originale US-Version auf iTunes)

Hallo zusammen,

puh, nun ist es also doch schneller vorbei, als es einem lieb sein mag.

Ich bin echt noch fertig, zu weh tun die letzten Sekunden des Peter Quinn, unseres geliebten “Quinn”. Und doch, hat dieses Finale so viel mehr zu bieten.

In den sozialen Netzwerken, in den Foren und auch auf YouTube kumuliert sich im Moment eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Trauer und Wut, was das Ende dieses so genialen Charakters anbelangt. Schnell liest man von Leuten, die ihre Subscription aufgeben wollen, da sie so keine Zukunft mehr für die Serie sehen.

Sicherlich bin auch ich traurig darüber, dass dieser Charakter die gesamte Staffel lang, und eigentlich auch schon in Staffel 5 in Berlin zuvor, so viel Mist erleben musste. Nur, und da muss man einfach auch einmal den Hut ziehen, ist das mit das Beste, was Quinn hätte passieren können. So stirbt er als Held, der er zwar nie sein wollte, für viele Menschen, besonders Carrie, gefühlt aber schon immer gewesen ist.

“Quinn” war zu Beginn der Serie eher nur ein Zweit – oder Drittcharakter. Erst diese Staffel, so paradox sich dies auch anhören mag, hat ihm erst einen verdienten Stellenwert verliehen. Ich hoffe inständig, dass eine Emmy-Nominierung für Rupert Friend die Folge sein wird.

Neben diesen sehr traurigen und beklemmenden Szenen, haben mich jedoch die letzten zwei Szenen am meisten begeistert. Nun Madame President Elizabeth Keane in fast einer ähnlichen bedrohlichen Pose zu sehen wie unter anderem Francis Underwood (House of Cards), ist einfach eine absolute Meisterleistung. Es geht eben in Homeland nicht alles gut aus, es gibt so gut wie nie ein “Happy End”. In den meisten Fällen gibt es immer nur den Status Quo bis zum nächsten großen Schlag in Carries Leben.

Carrie hat zum Ende dieser Staffel einfach nichts mehr. Quinn ist tot, Saul kann sie auch nicht mehr vor den nun aufkommenden Untersuchungen schützen, und ihre Tochter ist immer noch nicht ganz bei ihr. Das aller letzte Bild, in dem Carrie wie in Staffel 1 sich vor dem Kapitol in Washington D.C. befindet, zeigt einfach, wie viel Potential Season 7 noch mit sich bringen kann, auch ohne “Quinn”. Carrie wird weiterhin ihren ganz eigenen Weg gehen, und ich werde sie auch weiterhin nur allzu gerne dabei begleiten.

“Homeland” war schon immer Carrie Matthison, und Carrie Matthison wird auch weiterhin “Homeland” ausmachen. Auch wenn diese Erkenntnis doch gerade extrem schmerzt !

So, nun aber zu einer genaueren Betrachtung meinerseits, viel Spaß damit !

Homeland Staffel 6: Folge 12 (“America First”) (Finale)

Allgemein

  • diese Folge ging total unter die Haut ; genau so etwas Ähnliches hatte ich mir (siehe Review zu Folge 11) zum Ende hin auch gewünscht
  • es gibt eben dann doch nicht diese Einteilung der Welt in das Gute und das Böse, vielmehr gibt es hier eine Reihe an Grautönen, und wie diese miteinander zusammenhängen
  • auch wenn der Tod von Peter Quinn wohl so gut wie alles Weitere dieser Folge überstrahlen wird, vielleicht sogar abdunkeln wird, so ist das Finale ein wirklich sehenswertes geworden !
  • selbst Dar Adal, der so viel krankes Zeug in dieser Staffel zu verantworten hat, selbst diesem kann man irgendwie nicht ganz böse sein (Gott, ist das makaber) ; zum Ende hin ist er auch weiterhin davon überzeugt, dass er mehr über die Sicherheit der USA wisse als eine gewisse President-Elect ; dass er nun sogar hinter Gittern sitzt und nicht einen Hauch von “Sorry” zum Ausdruck bringt, zeigt hier nur seine seit Jahrzehnten entstandene Besessenheit seinem Land und den eigenen Bürgern gegenüber
  • sicherlich zeigen die letzten Szenen, dass irgendetwas mit der Präsidentin nicht stimmt ; und doch fragt man sich als Zuschauer, war es das alles wirklicht am Ende wert ?

Inhalt

  • es gibt unglaublich viel zu schreiben, allerdings versuche ich mich sehr kurz zu halten
  • inhaltlich für mich die beste Folge von allen, einfach da hier eine überragende Mischung aus so vielen thematischen Schwerpunkten  zusammenkommt

Peter Quinn

  • bis zur letzten Sekunde dachte ich, dass er es doch noch schaffen könnte, leider war dem nicht so
  • unser geliebter “Quinn” ist also tot, und doch hätte es ihm inhaltlich nicht besser ergehen können
  • er ist voll Überzeugung gestorben und hat dies geschafft, was er für Carrie schon immer war, nämlich ein Held, der nicht wie zuletzt nur aufs Morden und Töten aus ist
  • “Quinn” war zum Ende dieser Staffel ein Mann, der einfach kaputt erschien, und zwar in so gut wie allen Belangen
  • es hätte einfach nichts mehr gebracht, diesen Charakter irgendwie wieder zur alten Form zurückzubringen ; dies wäre, meiner Meinung nach, viel zu unglaubwürdig gewesen
  • dass er, wie man später zu sehen bekommt, Carrie wirklich geliebt hat, zeigt sich dann anhand der späteren Fotos ; Carrie war für ihn sein Ein und Alles, und eben nicht erst in dieser Staffel
  • ein Charakter, der dieser Serie so viel hat bieten können, ist nun leider für immer weg, schade !

Carrie Matthison

  • für Carrie geht in dieser Folge einfach alles rasend schnell
  • noch selbst fast durch eine Bombe uns Leben gekommen, rast sie, zu dem Zeitpunkt noch gemeinsam mit Quinn, zur noch President-Elect
  • nur durch den finalen Anruf von Dar Adal, dazu später Genaueres, gelingt es ihr, den geplanten Anschlag doch noch zu verhindern, bzw. davor zu flüchten
  • Carrie muss dann allerdings den Tod von “Quinn” betrauern, und dies fällt ihr unglaublich schwierig
  • leider bekommt man als Zuschauer die Trauerfeier nicht mit, und auch sie konnte hier scheinbar nicht wirklich Teil des Ganzen sein
  • wahrscheinlich sind die Gedanken hier viel zu schnell wieder bei den Ereignissen in Teheran die Jahre zuvor
  • dass Carrie dann jedoch erkennt, dass Peter sie geliebt hat, tut nicht nur ihr gut !

  • auch ihre geliebte Tochter ist nicht mehr allzu fern, auch wenn aus dem Job in Washington D.C. als Senior Advisor der neuen Madame President Keane erst einmal nichts werden wird
  • zu tief sitzt nicht nur die Trauer um “Quinn” und die Erkenntnis, was alles in New York passiert war, sondern auch, dass “Quinn” sein Leben hergegeben hat um eine Frau zu retten, der Carrie später komplett vertraut hat, und so enttäuscht wurde
  • dass allerdings auch Saul nun später strafrechtlich verfolgt wird, und viele weitere innerhalb des State Department und der CIA, und sie letztlich zu einer Marionette geworden ist, wird ihre Abneigung nicht kleiner werden lassen
  • Carrie scheint mit allem “durch zu sein”, so wie zum Beginn in Berlin, und dennoch wird sie nicht aufgeben
  • es geht um Saul und viele andere, die unschuldig nun einer Frau ausgesetzt sind, die aufgrund persönlicher Wut auf all die Geschehnisse  zuvor keinen Halt mehr vor niemandem macht
  • auch wenn Carrie an vielen Stellen in dieser Folge kraftlos und zermürbt wirkt, so wird sie sich zur neuen Staffel hin wieder erholt haben, da bin ich mir sicher
  • Carrie Matthison will return !

President-Elect Elizabeth Keane

  • wie sehr hat man mit ihr mitgefiebert ; wie sehr war ich auf ihrer Seite in dem “Real Truth”-Interview mit Brett O`Keefe
  • und doch, ob man es möchte oder nicht, scheint nun im Oval Office so viel anders zu werden
  • die nun neue Macht und die Möglichkeit, einen Feldzug gegen all die Widersacher der vergangenen Zeit führen zu können, scheinen sie zu verändern
  • aus der wehrlosen Frau, die fast diesem Delta-Team in die Arme gelaufen wäre, ist nun scheinbar eine ganz andere geworden !
  • nicht nur diese Folge macht klar, dass die Einhaltung und Bewahrung der Demokratie innerhalb der USA nicht nur bloße Worte darstellen, sondern schon immer ihre eigentliche Maxime ausgemacht haben
  • dass sie nun all dies aufzugeben scheint, sogar Carrie am Ende wieder einmal (siehe damaliges Ausschlagen der Hilfe in Bezug auf Franny) ausschließt, macht diesen Charakter nicht nur unsympathischer und verlogener, sondern umso gefährlicher
  • nur in einer Szene dieser Folge erschien sie mir als Zuschauer wirklich echt, als es nämlich darum ging, dass sie selbst nicht für das Amt bereit sei ; wie gefährlich eine angeschlagene Präsidentschaft und das Gefühl, “ich gegen den Rest der Welt” werden kann, könnte sich dann in der nächsten Staffel erst noch zeigen !

Dar Adal und Saul Berenson

  • Dar Adal ist auch in dieser Folge der wirkliche “Bad Guy”, und doch warnt er Carrie bevor es noch zu spät ist
  • er lernt, dass all diese erarbeitete Verschwörung nicht damit enden darf, dass ein Attentat am Ende Peter Quinn in die Schuhe geschoben werden kann
  • auch wenn man als Zuschauer hier überhaupt kein Mitleid mit Dar haben dürfte, so sind die späteren Szenen im Gefängnis doch sehr bewegend
  • Dar hat sein ganzes Leben für die Sicherheit der USA geopfert, und dies sieht er auch jetzt noch, nach all den Vorkommnissen

  • er weiß, dass er zu weit gegangen ist, selbst wenn der eigentliche Attentat-Versuch durch den General und die Spezialeinheit passieren sollte, und doch zeigt er keine echte Reue
  • auch jetzt noch sieht er in der neuen Präsidentin eine Gefahr für die nationale Sicherheit seines Landes
  • im Gespräch mit Saul zeigt sich jedoch, unglaublich gute schauspielerische Leistung, dass er dieses Mal “verloren” hat ; als sei dies alles ein Spiel ; eine weitere Lehre, die man so vielen anderen Lehren in seinem Leben hinzuführen müsse
  • man könnte als Zuschauer über solche Sätze ja noch schmunzeln, aber durch diese Verschwörung sind viele Menschenleben direkt oder indirekt zerstört worden ; am Ende hat dies sogar Peter “Quinn” das Leben gekostet, den er im aller letzten Moment doch noch aus der Schusslinie ziehen wollte !

Schlussbemerkung 

  • ein grandioses Finale einer grandiosen Staffel
  • das wirklich unbeschreiblich Geniale dieser Serie ist es einfach, dass sie sich immer wieder neu erfinden kann, selbst wenn große Charaktere die Bühne verlassen
  • ich bin zutiefst davon überzeugt, dass all die Angst der zu Teilen wütenden Fans der Serie, aufgrund des Endes von “Quinn”, zur nächsten Season hin völlig grundlos ausfallen wird
  • wenn es eine Serie schafft, auch ohne ein “Happy End”, niemals Stillstand zu erfahren, dann ist es doch einzig und allein “Homeland”
  • danke fürs Lesen und bis Staffel 7 !

MfG Tobi

calsportal.eu

Quelle (Bild ; frei zugänglich): pixabay

 

About Tobi

Self-made logo

Leave a Reply