“Mute” (Netflix) – Ähnlich bewegend wie Altered Carbon ? – Review (ohne Spoiler)

Hallo zusammen,

nicht erst seit der Serie “Altered Carbon” kann ich mich immer mehr auf ein eher dystopisches Setting, das stark an “Blade Runner” erinnert, einlassen. So sollte es auch bei dem neuen Netflix-Film “Mute” (seit dem 23.2.18 auf Netflix) (Regie: Duncan Jones) ausfallen. Wie ich diesen Film jedoch erfahren bzw. ertragen habe, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Der Plot

Wir befinden uns im Berlin Jahrzehnte nach unserer Gegenwart. Ein Barkeeper, der bei den Amischen in den USA als Kind aufgewachsen ist, jedoch nach einem Vorfall nur noch stumm ist (siehe der Titel “Mute”), hat sich zu Beginn der Handlung scheinbar unheimlich in seine Kollegin Naadirah verliebt. Kurze Zeit später verschwindet seine Freundin jedoch von jetzt auf gleich. Schon früh ahnt er, dass es nicht mit rechten Dingen in der Unterwelt Berlins zugehen könnte, und so macht er sich auf eine sehr beschwerliche Suche.

Sollte man noch mehr schreiben ? Ja, könnte man, braucht man jedoch nicht. Ich möchte nicht so schnell in dieser Review in die Kritik übergehen, nur bleibt mir, zumindest sehe ich dies so, nicht viel übrig. Die hier in wenigen Zeilen beschriebene Handlung bleibt bis zu den gut letzten 30 bis 40 Minuten des Films komplett austauschbar und langwierig. Ohne Witz, manchmal habe ich mich gefragt, was das nun alles solle. Ein Gefühl der Spannung oder einer mitreißenden Geschichte kam bei mir von Beginn an überhaupt nicht auf. Ja, so leid es mir tut, ich hätte den Film schon recht schnell ausgeschaltet, wären da nicht einige Lichtblicke, die jedoch mit der Story an sich nicht viel zu tun haben.

Blasse Figuren, nur der Hauptdarsteller sticht heraus (“Mute”)

Man kann es so einfach schreiben, die Story ist komplett nebensächlich und an vielen Stellen komplett nichtssagend und einfach nur noch langweilig. Es passiert zwar vieles, aber irgendwie kommt es zu keiner echten Entwicklung. Leider kann man dies auch für die Charaktere sagen. Bis zum Ende des Films haben mich ganze zwei Charaktere wirklich interessiert. Dazu gehört Naadirah, wieso auch immer diese unbedingt gefärbte Haare haben muss, und der Hauptdarsteller, Leo. Der Rest hat mich nicht einmal wirklich tangiert, war einfach nur so da.

Selbst der Gegenspieler, wenn man ihn so beschreiben möchte, gespielt von Paul Rudd, so viel bessere Rollen von ihm gesehen, kam mir einfach nur extrem blass vor. Auch ihm gegenüber konnte ich weder eine gewisse Neugier noch irgendeine Form von Aversion entwickeln. Ein weiterer von einfach blassen Charakteren, die es in diesem Film viel zu oft gibt.

Einzig Leo, der eigentliche Protagonist, hat mein Interesse geweckt. Alexander Skarsgård gelingt es einfach, ohne irgendein Wort durch seine Mimik und Handlungsweise den Zuschauer irgendwie in seinen Bann zu ziehen. Wenn dieser jedoch nicht stumm gewesen wäre, hätte ich diesen Film wirklich ausgemacht, so traurig sich dies auch anhören mag. In diesem Fall kann man wohl festhalten, dass der Titel und zugleich die Hauptidee des Films wenigstens dem wichtigsten Charakter eine gewisse Bühne verleihen konnte. Auch wenn mir dies so gar nicht reicht.

Zuschauer der Serie “Altered Carbon”, mich eingeschlossen, können sich hier wohl das ein oder andere Lachen nicht verkneifen. Nicht nur Joel Kinnaman glänzt in dieser herausragend stimmigen und komplexen Serie. Was ein Unterschied an Qualität !

Berlin in einer nicht allzu entfernten Zukunft

Seien wir also so ehrlich, weder die Story kann überzeugen, noch ein Großteil der Figuren. So bleibt einzig das Setting, nämlich eine dystopische Zukunftsversion von Berlin. Endlich einmal eine europäische Stadt im Mittelpunkt des Geschehens. Ein wenig fremd, dennoch auch vertraut, wirklich ordentlich in Szene gesetzt.

Gerade der Blick auf die Unterwelt und das eher heruntergekommene gesellschaftliche Schauspiel auf den Straßen Berlins hat mich dann doch irgendwie noch neugierig stimmen können. Nur verstehe ich in diesem Falle oft nicht, wieso zwischen deutscher und englischer Sprache gewechselt wurde. Ja, Berlin scheint noch mehr eine Zusammenkunft an Menschen jeglicher Teile unserer Erde darzustellen, nur hätte hier vielleicht ein Versteifen auf eine Sprache ausgereicht.

Schluss

Wenn man diesen Film, gerade da Comic Relief komplett fehlt, schon so ernst und glaubwürdig wie möglich gestalten möchte, dann sollte sich das Setting auch durch eine solche Untermalung auszeichnen können. Es ist ja schön und gut zu sehen, wie, ähnlich wie bei Blade Runner, ein düsteres und gefährliches Berlin aussehen könnte, nur dann möchte ich diese Ernsthaftigkeit nicht nur in den Bildern an sich wiederfinden.

Wie man es auch sehen möchte, ich komme, und das finde ich schon ein wenig schade, leider immer wieder auf diesen einen Punkt zurück. Diesem Film fehlt es an Glaubwürdigkeit und Ernsthaftigkeit, selbst wenn dies eigentlich Ziel sein sollte. Für mich wirkt der Film einfach als nett gemeint, jedoch in der Umsetzung leider gescheitert.

Wie man es so viel besser machen kann, können Netflix-Abonnenten in “Altered Carbon” wiederfinden, auch wenn es sich um eine Serie handelt. Manchmal braucht es einfach mehr Zeit und Geduld, um am Ende eine plausible Mischung aus Story, Setting und allgemeiner Atmosphäre erreichen zu können.

3 von 5 Punkten

Offizieller Trailer

MfG Tobi
calsportal.eu

Quelle (Bild; frei zugänglich): Pixabay

 

 

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